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mailorga, Christopher Helm Stand: Juni 2026


§ 1 Geltungsbereich und Parteien

(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB") gelten für alle Verträge über den Betrieb eines Fach-Postfachs zwischen Christopher Helm, betreibend unter der Marke mailorga (nachfolgend „mailorga"), und dem jeweiligen Kunden (natürliche oder juristische Person, die ein Fach-Postfach bei mailorga bestellt). Anschrift und Kontaktdaten von mailorga ergeben sich aus dem Impressum.

(2) Maßgeblich ist jeweils die zum Zeitpunkt der Bestellung gültige Fassung der AGB. Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, mailorga stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.

(3) Diese AGB gelten ergänzend zur Leistungsbeschreibung und, soweit personenbezogene Daten Dritter verarbeitet werden, zum Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV). Im Widerspruchsfall gehen diese AGB der Leistungsbeschreibung vor; der AVV geht diesen AGB vor, soweit datenschutzrechtliche Pflichten betroffen sind.

(4) Kunden im Sinne dieser AGB sind ausschliesslich Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, also natürliche oder juristische Personen oder rechtsfähige Personengesellschaften, die bei Abschluss des Vertrags in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handeln.


§ 2 Referenzklausel

(1) mailorga ist berechtigt, den Kunden als Referenz zu nennen. Dies umfasst die Verwendung des Unternehmensnamens und, nach gesonderter Absprache, des Logos des Kunden auf der Website von mailorga, in Marketingmaterialien und in Gesprächen mit potenziellen Kunden.

(2) Die Verwendung als Referenz stützt sich auf das berechtigte Interesse von mailorga nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Das Interesse an der sachlichen Nennung eines bestehenden Kundenverhältnisses wird als überwiegend eingestuft, da die Erwähnung ausschliesslich dem Nachweis von Erfahrung dient und keine vertraulichen Informationen über den Kunden preisgibt.

(3) Der Kunde kann der Nutzung als Referenz jederzeit ohne Angabe von Gründen widersprechen. Der Widerspruch ist per E-Mail an die im Impressum genannte Adresse zu richten. mailorga stellt die entsprechende Verwendung unverzüglich, spätestens innerhalb von sieben Werktagen nach Eingang des Widerspruchs ein. Das Widerspruchsrecht besteht unabhängig vom Vertragsverhältnis und kann auch nach Vertragsende geltend gemacht werden.

(4) Testimonials und weitergehende Werbeaussagen, die dem Kunden zugeschrieben werden, bedürfen einer gesonderten schriftlichen Einwilligung des Kunden.


§ 3 Vertragsschluss, Laufzeit und Kündigung

(1) Vertragsschluss. Der Vertrag kommt zustande, wenn das Fach-Postfach des Kunden angelegt wird: nach Bestellung über die Seite Postfach bestellen oder nach Anfrage per E-Mail und Bestätigung durch mailorga. mailorga bestätigt den Vertragsschluss per E-Mail.

(2) Laufzeit. Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit. Eine Mindestlaufzeit besteht nicht.

(3) Ordentliche Kündigung. Beide Parteien können den Vertrag jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Eine formlose E-Mail an die im Impressum genannte Adresse genügt. Die Kündigung durch mailorga erfolgt an die vom Kunden hinterlegte E-Mail-Adresse.

(4) Wirkung der Kündigung. Mit Wirksamwerden der Kündigung stellt mailorga die Verarbeitung ein. Der Kunde erhält seinen vollständigen Datenbestand (E-Mails, Notizen, Wissensbasis) als ZIP-Archiv mit Klartextdateien. Die Löschfristen ergeben sich aus dem AVV (§ 12).

(5) Außerordentliche Kündigung. Das Recht zur ausserordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund für mailorga liegt insbesondere vor, wenn der Kunde trotz Mahnung mit fälligen Zahlungen in Verzug ist oder den Dienst in einer Weise nutzt, die gegen geltendes Recht oder diese AGB verstösst.

(6) Sonderkündigungsrecht bei Preisanpassung. Im Fall einer Preisanpassung nach § 5 steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zu; die Einzelheiten regelt § 5 Abs. 3.


§ 4 Preise und Zahlung

(1) Preismodell. Die Abrechnung erfolgt nutzungsabhängig (postpaid). Es gibt kein Abo und keinen Mindestumsatz.

(2) Freikontingent. Die ersten 1 000 bearbeiteten Mails je Domain sind einmalig kostenfrei; die dabei anfallenden Anhänge sind in diesem Kontingent eingeschlossen. Das Kontingent gilt kumulativ je Domain (kein monatliches Zurücksetzen) und wird nicht als Guthaben ausgezahlt.

(3) Laufende Nutzung nach Verbrauch des Freikontingents.

Leistung Preis (netto)
Pro bearbeitete E-Mail 0,25 EUR
Zusätzlich je Anhang (soweit durch das Postfach verarbeitet) 0,25 EUR

Als bearbeitete Mail zählt eine eingehende Mail, die das Postfach gelesen und als Antwort vorbereitet hat, unabhängig davon, ob die Antwort automatisch versandt oder als Entwurf zur Freigabe bereitgelegt wurde. Mails, die eingehen, aber nicht verarbeitet werden, zählen nicht. Als Anhang zählt nur eine echte, dem Postfach zur Verarbeitung übergebene Dateianlage; eingebettete Inhalte wie Signaturen und Inline-Bilder zählen nicht als Anhang im Sinne dieser Tabelle.

(4) Beratung und Skill-Tuning. Beratungsleistungen und individuelle Skill-Tuning-Leistungen werden nach Aufwand berechnet; der Aufwand wird vorab im Rahmen einer gesonderten schriftlichen Vereinbarung abgestimmt. Diese Leistungen werden nur auf ausdrückliche Anfrage erbracht.

(5) Premium und Sonderverträge. Für eigenes Hosting, StGB-203-konformes Hosting, die Einbindung anderer KI-Dienste oder hohes Mailvolumen gelten individuelle Vereinbarungen; bitte sprechen Sie mailorga an.

(6) Rechnungsstellung. mailorga stellt Rechnungen monatlich nachträglich per E-Mail aus. Rechnungsbeträge sind innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsdatum ohne Abzug fällig. Einwendungen gegen eine Rechnung hat der Kunde innerhalb von 30 Tagen nach Zugang schriftlich zu erheben; danach gilt die Rechnung als anerkannt, es sei denn, der Kunde war ohne Verschulden an einer fristgerechten Rüge gehindert.

(7) Schutz vor unerwarteten Kosten. Das Freikontingent (Abs. 2) und der einfache, nutzungsabhängige Stückpreis (Abs. 3) sorgen dafür, dass die Kosten jederzeit transparent und proportional zur tatsächlichen Nutzung bleiben.

(8) Alle genannten Preise sind Nettopreise zuzüglich der jeweils gültigen gesetzlichen Umsatzsteuer.


§ 5 Preisanpassung

(1) mailorga ist berechtigt, die in § 4 genannten Preise mit einer Ankündigungsfrist von mindestens vier Wochen anzupassen. Die Ankündigung erfolgt per E-Mail an die vom Kunden hinterlegte Adresse.

(2) Eine Preisanpassung darf die in § 4 festgelegten Preise um nicht mehr als 20 % je Ankündigung überschreiten. Anpassungen, die ausschliesslich auf eine gesetzlich festgelegte Mehrwertsteuer-Änderung zurückgehen, sind von dieser Begrenzung ausgenommen.

(3) Erhöht mailorga die Preise nach Abs. 1, kann der Kunde den Vertrag mit Wirkung zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Preiserhöhung ausserordentlich kündigen. Die Kündigung muss mailorga vor Inkrafttreten der Erhöhung schriftlich erreichen. Kündigt der Kunde nicht fristgerecht, gilt die Preiserhöhung als genehmigt.


§ 6 Haftung

(1) Unbeschränkte Haftung. Für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit sowie für Schäden, die auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit von mailorga oder ihrer Erfüllungsgehilfen beruhen, haftet mailorga unbeschränkt. Dies gilt auch für die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz und für Schäden aus der Verletzung einer Garantie.

(2) Haftung bei leichter Fahrlässigkeit. Für leichte Fahrlässigkeit haftet mailorga nur bei der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten), also solcher Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemässe Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmässig vertrauen darf. In diesem Fall ist die Haftung der Höhe nach begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden.

(3) Haftungsobergrenze. Soweit die Haftung nach Abs. 2 begrenzt ist, ist sie der Höhe nach zusätzlich auf die Summe der Gebühren begrenzt, die der Kunde mailorga in den zwölf Monaten vor dem schadensauslösenden Ereignis entrichtet hat.

(4) Datenverlust. Für den Verlust von Daten haftet mailorga nur, soweit ein solcher Verlust auch bei ordnungsgemässer Datensicherung durch den Kunden nicht vermeidbar gewesen wäre. Dem Kunden wird empfohlen, den jederzeit verfügbaren ZIP-Export (§ 3 Abs. 4) regelmässig zu nutzen, um eigene Sicherungskopien anzulegen. Für Datenverluste, die auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruhen, gilt Abs. 1.

(5) Kein-Hochrisiko-Einsatz. Der Dienst ist nicht für den Einsatz in Hochrisikobereichen bestimmt. Dazu zählen insbesondere: Luftfahrt und Flugsicherung, Medizin und medizinische Diagnostik, Polizei- und Notrufsysteme, Nuklear- und Militäranwendungen sowie andere Bereiche, in denen ein Ausfall oder eine Fehlfunktion zu Tod, Körperverletzung oder erheblichem Sachschaden führen kann. Eine Haftung von mailorga für Schäden, die aus einem solchen unzulässigen Einsatz entstehen, ist ausgeschlossen.

(6) Im Übrigen ist die Haftung von mailorga für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.


§ 7 Gewährleistung

(1) Es gelten die gesetzlichen Gewährleistungsvorschriften.

(2) Stellt der Kunde einen Mangel fest, hat er mailorga unverzüglich schriftlich zu informieren und dabei den Mangel so genau wie möglich zu beschreiben.

(3) mailorga beseitigt Mängel nach Wahl durch Nachbesserung oder Ersatzlieferung innerhalb angemessener Frist. Eine Garantie für eine bestimmte Fehlerbehebungszeit wird nicht übernommen.

(4) Das Recht zur Minderung oder Rücktritt besteht, wenn die Nachbesserung zweimal fehlgeschlagen ist oder mailorga die Nachbesserung ernsthaft und endgültig verweigert.


§ 8 KI-Einsatz und Menschliche Prüfung (KI-Act-Rahmen)

(1) Anbieter- und Betreiber-Rollen. mailorga stellt den KI-gestützten Dienst bereit und ist in diesem Verhältnis Anbieter im Sinne des EU-KI-Akts. Der Kunde betreibt das Fach-Postfach in seinem eigenen Geschäftsbereich und nimmt die Rolle des Betreibers ein. Der Kunde ist für die Einbettung des Dienstes in seinen Geschäftsprozess und für die Einhaltung der auf ihn als Betreiber anwendbaren Pflichten verantwortlich.

(2) Empfehlung menschlicher Prüfung. KI-generierte Antwort-Entwürfe können Fehler enthalten. mailorga empfiehlt ausdrücklich, Entwürfe vor einer rechtsverbindlichen Verwendung durch einen Menschen zu prüfen. Der Entwurfsmodus (Freigabe durch den Kunden vor dem Versand) ist die Voreinstellung des Dienstes. Der Kunde kann den automatischen Versand als bewusstes Opt-in aktivieren.

(3) Kein Training auf Kundendaten. Die im Dienst verarbeiteten Kundendaten und Mailwechsel werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Dies gilt sowohl für Daten, die mailorga selbst verarbeitet, als auch für Daten, die an den Unterauftragsverarbeiter Anthropic PBC (USA) zur Erstellung von Antwort-Entwürfen übermittelt werden (AVV § 8 Abs. 2). Diese Zusage ist Bestandteil des AVV und der vertraglichen Vereinbarungen mit Anthropic.

(4) Hochrisikoanwendungen. Es wird auf § 6 Abs. 5 verwiesen. Der Einsatz des Dienstes in Hochrisikobereichen ist unzulässig.


§ 9 Schlussbestimmungen

(1) Änderungen der AGB. mailorga ist berechtigt, diese AGB mit einer Ankündigungsfrist von vier Wochen zu ändern. Die Ankündigung erfolgt per E-Mail. Widerspricht der Kunde den Änderungen nicht innerhalb dieser Frist, gelten die neuen AGB als angenommen. mailorga weist in der Ankündigungs-Mail auf diese Wirkung des Schweigens hin. Bei Widerspruch gelten die bisherigen AGB bis zur Beendigung des Vertragsverhältnisses fort; mailorga kann den Vertrag in diesem Fall mit der regulären Ankündigungsfrist kündigen.

(2) Schriftform. Soweit in diesen AGB Schriftform verlangt wird, genügt die dokumentierte elektronische Form (E-Mail). Die gesetzliche Schriftform (§ 126 BGB) ist nicht erforderlich.

(3) Abtretungsverbot. Der Kunde darf Rechte und Pflichten aus diesem Vertrag nicht ohne vorherige schriftliche Zustimmung von mailorga auf Dritte übertragen.

(4) Anwendbares Recht. Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).

(5) Gerichtsstand. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist, soweit gesetzlich zulässig, der Sitz von mailorga (siehe Impressum). mailorga ist jedoch berechtigt, den Kunden auch an dessen allgemeinem Gerichtsstand zu verklagen.

(6) Salvatorische Klausel. Ist eine Bestimmung dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam oder undurchführbar, so berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht. Die unwirksame oder undurchführbare Bestimmung wird durch eine wirksame ersetzt, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt. Entsprechendes gilt für Regelungslücken.

(7) Sprache. Vertragssprache ist Deutsch. Soweit Übersetzungen dieser AGB vorliegen, ist im Zweifelsfall die deutsche Fassung massgeblich.


Fassung: Juni 2026.